Haarausfall – Formen und Ursachen

Kurzer Blick auf die Daten und Fakten zum Thema Haarausfall

  • In Deutschland ist fast jeder zweite Erwachsene von Haarausfall betroffen.
  • Nicht nur Männer sind betroffen, sondern auch Frauen, wenngleich regelrechte Glatzenbildung bei Frauen deutlich seltener ist.
  • Bei Frauen über 50 haben über 50 % mit Haarausfall zu tun, so dass die Kopfhaut durchscheint.
  • Der so genannte kreisrunde Haarausfall tritt immerhin bei deutlich über einer Millionen Menschen in Deutschland auf.
  • Haarausfall kann, muss aber nicht krankhaft sein. Typbedingten Haarausfall gibt es sowohl bei Männern als auch bei Frauen.
  • Glatzenbildung empfinden viele Männer als normal, sie leiden nicht darunter. Für Frauen ist Glatzenbildung aber zumeist eine Katastrophe mit psychischen Folgen.

Haarausfall – Formen und Ursachen

  • Androgenetischer Haarausfall
    Die so genannte androgenetische Alopezie ist erblich bedingt und die wahrscheinlich häufigste Form des Haarausfalls. Ursächlich ist wohl das Hormon DHT (Dihydrotestosteron). Diese Art des Haarausfalls beginnt zumeist mit Geheimratsecken und / oder einer Tonsur und führt schließlich zu einem Haarkranz oder zur Vollglatze.
  • Kreisrunder Haarausfall
    Alopecia areata ist besser bekannt als kreisrunder Haarausfall. Darunter versteht man einen zumeist runden, lokal begrenzten krankhaften Haarausfall. Genau begrenzt ist dieser Haarausfall nicht, seine Ausdehnung ist unterschiedlich und die Haarfollikel bleiben in der Regel erhalten. Die Ursachen sind nicht mit Sicherheit geklärt, vermutlich handelt es sich um eine  Autoimmunerkrankung.
  • Diffuser Haarausfall
    Beim diffusen Haarausfall bzw. der diffusen Alopezie nimmt die Haardichte insgesamt ab. Fährt man mit der Hand durch das Haar, bleiben viele Haare zwischen den Fingern hängen. So fallen dann oft täglich mehr als 100 Haare aus. Diese Form des Haarausfalls tritt öfter bei Frauen als bei Männern auf. Ein diffuser Haarausfall kann bei akuten oder chronischen Infekten oder auch bei Stress auftreten.
  • Narbiger Haarausfall
    Beim narbigen Haarausfall bzw. der vernarbenden Alopezie kommt es durch Entzündungen der Kopfhaut zur Zerstörung der Haarwurzeln. Es entstehen größere Areale ohne Haare. Auch nach therapeutischen Maßnahmen können die Haare nicht mehr nachwachsen.
  • Haarausfall nach Chemotherapie
    Im Verlaufe von Chemotherapien kommt es häufig zu Haarausfällen, die nicht scharf umgrenzt und von unterschiedlicher Ausdehnung sind. Da die Haarfollikel bei dieser Therapiemaßnahme grundsätzlich funktionsfähig bleiben, ist erneuter Haarwuchs nicht auszuschließen.
  • Haarausfall nach Strahlentherapie
    Die Strahlentherapie führt in der Regel zur Zerstörung der Haarfollikel. Es kommt zu örtlich begrenztem Haarausfall von unterschiedlicher Ausdehnung, der irreversibel ist.

Diagnose und Therapie: Sache des Arztes

Der behandelnde Arzt diagnostiziert, worunter seine Patienten leiden und weiß am besten, was zu tun ist. Der Arzt entscheidet, ob die medizinische Notwendigkeit für eine Perücke vorliegt und welche Qualität und Dauer erforderlich ist. Die ärztliche Verordnung sollte die notwendigen Hinweise für den Kostenträger beinhalten. Auch eine psychotherapeutische Bescheinigung kann zweckmäßig und notwendig sein. Wichtig ist der Gesichtspunkt, dass eine Perücke unmittelbar dazu beiträgt, den Gesundheitszustand eines Patienten wieder herzustellen oder aufrechtzuerhalten bzw. eine Beeinträchtigung fern zu halten.

Kostenerstattung: Die Krankenkassen entscheiden

Zumeist werden die Kosten für eine Perücke von den Krankenkassen anteilig übernommen. Dabei sollten auch die psychosozialen und individualpsychologischen Gesichtspunkte berücksichtigt werden. In der Regel verhalten sich die Krankenkassen gegenüber den Patienten, die unter Haarausfall leiden, nobel und entgegenkommend. Sollte es aus irgendwelchen Gründen Schwierigkeiten mit der Kostenerstattung geben, ist es ratsam, mit dem behandelnden Arzt Rücksprache zu halten.

Maßgebliche Gesetze: SGB V und SGB IX

Maßgeblich für die Kostenerstattung ist das Sozialgesetzbuch (SGB) mit seinen 12 Teilen, das im Internet unter der Domain http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/ nachzulesen ist.